TU BRAUNSCHWEIG
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Technologie-orientiertes Management


ToM TALK #04: Startup Finanzierung und das Venture Capital

Die Geschäftsführerin der „Academic Ventures GmbH & Co. KG“, Britta Kokemper, durfte am 14.06.2017 zum 4. ToM Talk an der Technischen Universität Braunschweig begrüßt werden. Derzeitig promoviert sie an unserer Uni. Hier hat sie auch ihr Diplom im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen im Jahre 2013 absolviert.

Der Vortrag drehte sich dieses Mal im Gegensatz zu vorhergegangenen Vorträgen um den eigentlichen Vorgang der Startup-Gründung und die Finanzierungsberatung.

Durch ein sogenanntes „Pitch Deck“ muss vorerst analysiert werden, welche Chancen ein junges Startup auf dem Markt hat. „Captable“ bezeichnet, wer Gesellschafter ist und mit wie viel Kapital sich ein externer Unternehmer an einem Jungunternehmen beteiligt.

Mit „Vesting“ bindet sich ein Startup für bis zu 36 Monate an ein Abkommen mit einem Großunternehmer für finanzielle Zuschüsse. Verlässt der junge Gründer das Unternehmen vorzeitig, erhält er wenig (bis gar keinen) Gewinn zurück. Diese und weitere Begriffe bildeten die Einführung des Vortrages und erläuterten den Studenten einige Redewendungen für den Einstieg in die Geschäftswelt als frisch gegründetes Jungunternehmen.

Startups haben außerdem viele verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten auf die sie bei der Gründung zurückgreifen können und bei der„Academic Ventures GmbH & Co. KG“ handelt es sich um genau so eine Möglichkeit. Professor Reza Asghari und Britta Kokemper gehören zu den Geschäftsführern der GmbH & Co. KG und investieren primär in die „early stage“ der Jungunternehmen.

In der Bewerbung für einen Zuschuss der Gesellschaft (welcher bis zu 25.000 EUR betragen kann) muss man sich als Unternehmen mit der Geschäftsidee und den Mitgründern vorstellen. Anschließend ist ein Businessplan vorzulegen und es kommt zu einer internen Vorauswahl mit anderen Unternehmen. Nach einem „Pitch“, in dem es zur Auswahl des zu bezuschussenden Unternehmens kommt, folgt ein Einzelgespräch mit anschließender Ausarbeitung der Geschäftsidee.

Den Abschluss des Vortrages bildete der Masterant Christian Lütgert der „Academic Ventures GmbH & Co. KG“ mit Bezug zu seiner derzeitigen Arbeit über die Bewertung von Unternehmen. Anhand von Berechnungen erläuterte er einen möglichen Finanzierungsplan für Jungunternehmen und den möglichen Wertezuwachs, welcher einem erfolgreichen Startup wiederfahren könnte.

Wir bedanken uns auch dieses Mal für einen gelungenen Vortrag mit viel hilfreicher Hintergrundinformation für junge Gründerinnen und Gründer!

Euer ToM Talk Team,

Lina, André, Christoph und Gesa

ToM TALK #03: Braunschweiger Gründer und ihre Geschichten

Bei dem 3. Vortrag der ToM-Talk-Reihe durften wir uns am 31.05.2017 über ein gelungenes Referat von Herrn Moritz Tetzlaff – Gründer und Geschäftsführer der „Kickpack GmbH“ – freuen. Unser Gast entwickelt innovative Produkte aus Karton und Pappe, vom Kicker über Tischtennisplatten bis hin zum Hocker und Betten ist alles dabei. In seinem Vortrag berichtete Herr Tetzlaff über die Gründung seiner Firma.

Der Gründer hat sich mit vielen kreativen Ideen für die Branche entschieden. Bei seinem Einstiegsobjekt handelt es sich um den Tischkicker – natürlich aus Pappe und Karton. Damit die Vermarktung des Pappkickers funktionierte, war vor Allem die Flexibilität und Mobilität des leichten Werkstoffes von großer Wichtigkeit. Man sollte den Kicker sowohl überall mit hinnehmen, als auch schnell auf- und wieder abbauen können.

Herr Tetzlaff gründete die „Kickpack-GmbH“ und entwarf mit seinem Team den Prototypen eines Tischkickers mit all seinen Bauteilen und Zugehörigkeiten.

Die große Schwierigkeit dieser Aufgabe bestand darin, vom durchgeplanten Prototypen in die Serienproduktion für den großen Markt überzugehen. Hier taten sich die meisten Herausforderungen für die Firma auf. Dazu zählten unter Anderem funktionsunfähige Werkzeuge, welche eine Produktion lahm legen und auch finanziell beanspruchen können.

Für das Zusammenpacken der Einzelteile des Tischkickers wurden anschließend Menschen gebraucht, welche Pappe und Stangen ordentlich bündeln. Auf einer Messe im Jahr 2014 – in welchem auch die letzte WM stattfand – bekam die „Kickpack-GmbH“ viel Zuspruch bei den Besuchern. Moritz Tetzlaff verließ die Messe mit vielen Aufträgen, die darauf warteten abgearbeitet zu werden. Aber wer sollte das Material verpacken und anschließend versandfertig vorbereiten?

Die Antwort auf diese Frage lag bei knapp 25 Bewohnern der Lebenshilfe in Braunschweig in Kooperation mit Studenten der technischen Universität Braunschweig. Gemeinsam bereiteten sie die Ware für die Endkunden in vielen Designs vor, welche häufig individualisiert für Einzelne angefertigt werden mussten.

Mit Zusatzkosten von 10-15 % setzt die „Kickpack GmbH“ auf eine regionale Produktion, welche die Prozesskette verkleinert. Es entsteht somit zwar vorerst ein höherer Kostenaufwand, aber die gute Qualität bleibt konstant und die Firma kann die Produktionsabläufe jederzeit persönlich kontrollieren.

Abgeschlossen wurde der Vortrag durch das gemeinsame Aufbauen und Ausprobieren eines Papptischkickers, welcher sich im Praxistest sehr stabil erwies.

Herzlichen Dank an Herrn Moritz Tetzlaff für den gelungenen Vortrag!

 

Euer ToM Talk Team

Lina, André, Christoph, Gesa

ToM TALK #02: BRAUNSCHWEIGER GRÜNDER UND IHRE GESCHICHTEN

Am 17.05.2017 durfte unser Studiengang drei junge Gründer bei der Veranstaltung ToM Talk begrüßen. Eröffnet wurde das zweite Treffen in diesem Semester von Marcel Kaine, dem Gründer der „Hanfbar“ in Braunschweig und seiner Partnerin Amina Zukić. Der Gründer hat sich schon während seines Studiums viel mit dem Thema Hanf beschäftigt und hinterfragt, weshalb die Pflanze ein so schlechtes Image hat, wenn sie doch eigentlich in vielen Bereichen nützlich eingesetzt werden kann – ganz ohne Relation zum Drogenkonsum.

 

„Hanfsamen enthalten nicht nur viel Protein, sondern auch gute Öle und ungesättigte Fettsäuren“, so Kaine. Durch Ausprobieren und das Hinzugeben der Hanfsamen zu verschiedenen Lebensmittel-Produktideen haben sich Marcel Kaine und Amina Zukić von Freunden und Familie regelmäßige Feedbacks zum Geschmack der einzelnen Produkte eingeholt. Zu den Produkten zählen sowohl diverse Smoothies, als auch sogenannte Energyballs, Wraps und Eis für den Sommer. Die Teilnehmer des ToM Talk durften die Energyballs mit Kakao, Haferflocken, Cashewkernen, Guarana und Hanfsamen auch verkosten und konnten somit einen kleinen Einblick in die Produktauswahl der „Hanfbar“ gewinnen.

 

Auf die Zukunft hin gesehen ist eine Ausweitung des aktuellen Angebots geplant und wir dürfen gespannt sein, was uns in nächster Zeit noch alles in der „Hanfbar“ erwarten wird.

 

Weiter ging es am 17. Mai mit Oliver Kern, welcher eine Menge weiser Ratschläge an junge Gründer und Gründerinnen weitergab, da er sich selbst gerne mit unterschiedlichen Geschäftsideen auseinander setzt. Bei seiner neusten Idee handelt es sich um das Getränk „Papa Fuego“, welches Herr Kern mit dem dritten Redner des ToM Talk an diesem Tag, nämlich Jasper Brünnette, in Form einer haftungsbeschränkten UG mit noch zwei weiteren Studenten vertreibt. Hierbei handelt es sich um eine bereits fertig gemischte Variante des in Deutschland bekannten Partyschnapses „Mexikaner“ (Schnaps, Tomatensaft, Tabasco etc.). Beide wiesen anhand unterhaltsamer Anekdoten aus eigener Erfahrung auf gute Tipps während ihrer Gründungsvorgänge hin. Hierzu zählte unter Anderem das langfristige Denken im Hinblick auf Risiken und auf die zu treffenden Entscheidungen. Junge Gründer sollten sich Alternativen in jeglicher Hinsicht des Gründens offen halten und sich aufgrund ihres Neueinsteigercharakters auf dem Markt nicht ausnutzen lassen. Es ist wichtig, sich starke Partner für eine Produktidee zu suchen, so Kern. Auch solle man kommunikativ, begeisterungsfähig und möglichst stressresistent sein, so der Denkanstoß an die Teilnehmer und möglichen Gründer des ToM Talk.

 

Dass Gründen aber auch stets ein Risiko mit sich bringt, bestätigen Kern und Brünnette dennoch: „Fail fast and cheap, fail often, but fail in a way that doesn’t kill you.“ – Junge Gründer sollten unbedingt versuchen ihre Ideen umzusetzen, sich auf Stolpersteine einstellen, aber bei möglichen Misserfolgen nicht die Freude an der Sache selbst verlieren.

 

 

Euer ToM Talk Team

TOM TALK #01: GRÜNDEN IN BRAUNSCHWEIG

Am 03.05.2017 wurde auch in diesem Semester die spannende Vortragsreihe des „ToM TALK“ feierlich eröffnet. Zu Gast durfte unser Studiengang Herrn Prof. Dr. Reza Asghari aus dem „Entrepreneurship Center“, Herrn Jörg Meyer von der Wirtschaftsförderung der Stadt Braunschweig, Frau Dr. Manuela-Christina Hahn von der TU Braunschweig und Herrn Joachim Casper vom Torhaus Nord e.V. begrüßen.

 
In Form eines Filmes ist die Vortragseihe stimmungsvoll eröffnet worden. Hier drehte sich alles um frisch gegründete Unternehmen aus der Region, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben. Den Zuschauern mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail einen Einblick in ihr Gewerbe verschafften.
Um sich als Start-Up beraten zu lassen, ist der Technologiepark in Braunschweig eine gute Möglichkeit in die Geschäftswelt einzusteigen. Diesen gibt es bereits seit über 30 Jahren und er ermöglicht es jungen Gründerinnen und Gründern zu Beginn einer Geschäftsidee die richtigen Kontakte zu knüpfen und von guten Ratschlägen aus Fachkreisen zu profitieren.

 
Jörg Meyer, als ehemaliger Gründungsberater, agiert heute in der Braunschweig-Zukunft GmbH. Mit 13 Mitarbeitern wirkt er im Bereich der Bestandpflege, hier steht die Wirtschaftsförderung der Stadt Braunschweig im Fokus. Dieser Baustein ist über die Jahre hin stark angewachsen und ist heute unter Anderem mit einer sehr guten Beratungsstelle ausgestattet. Des Weiteren vermietet Herr Meyer Büroräume für Start-Up-Unternehmen und fördert die Infrastruktur des Technologieparks. Im Jahre 2016 ist dann auch die Idee für das Gründerquartier entstanden.

 
Während einige Gründungsideen von zu Hause aus ausgearbeitet werden können, benötigen andere für ihre Entstehung moderne Maschinen, Fabriken und Werkzeuge. Nehmen junge Unternehmer den Kontakt zur Unternehmensförderung auf, kann eine Idee schneller ausgearbeitet und gefördert werden.
Dass Jungunternehmer Tatkraft und Herzblut zur Gründung eines Unternehmens brauchen, betont Herr Prof. Dr. Asghari in der Veranstaltung. In Braunschweig gibt es heute viele regionale StartUps, denn die Stadt verkörpert ein gutes Ökosystem und hat auf die Zukunft hin gesehen ein großes Entwicklungspotential. Zur Verbesserung der bisherigen Situation könne die Stadt sich jedoch an amerikanischen Universitäten orientieren, da dort deutlich mehr junge Menschen den Entschluss ein Unternehmen zu gründen fassen, so Asghari. In Braunschweig arbeiten die Akteure gut miteinander und es kann innerhalb kürzester Zeit ein großer Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Start-Ups stattfinden.

 
Bei einem weiteren wichtigen Faktor, der deutlich mehr genutzt werden sollte handelt es sich um die Technologietransferstelle der TU Braunschweig, wie Frau Dr. Hahn erklärt. Die Transferstelle ist der sogenannte „Gründungsinkubator“, also ein Element für Gründungsfirmen, in welchem man seiner Gründungsidee nachgehen kann. Die Stelle bietet Arbeitsplätze. Dort herrscht ein spannendes Gründungsklima, da auch ein Austausch mit anderen Jungunternehmern ist möglich.

 
Zu den förderlichen Beratungsstellen für Neugründer zählt außerdem der Torhaus Nord e.V., in welchem Joachim Caspar für lange und informative Gespräche mit Neugründern zur Verfügung steht. Für Start-Ups funktioniert der Torhaus e.V. als Wegweiser, der viele Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Ideen bereithält. Auf diese Art und Weise kann ein Wissensaustausch stattfinden.

 
Vom heutigen Standpunkt aus hat sich die Lage für Gründerinnen und Gründer in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Etwas Courage braucht es aber eben doch, ein Vorhaben umzusetzen und sich auch von Rückschlägen nicht einschüchtern zu lassen.

 

Euer ToM Talk Team

 

 
Für die Kontaktaufnahme:

 
Herr Prof. Dr. Reza Asghari
Lehrstuhl für Entrepreneurship
Rebenring 33, 1. OG
38106 Braunschweig

 
Herr Jörg Meyer
Braunschweig Zukunft GmbH
Tel.: +49 5314703450
Email: joerg1.meyer@braunschweig.de

 
Frau Dr. Manuela-Christina Hahn
Technologietransferstelle
Tel.: +49 5313914626
Email: m-c.hahn@tu-bs.de

 
Herr Joachim Caspar
Torhaus Nord e.V.
Am Wendentor 2
38100 Braunschweig

TOM TALK #05: Anti-Mainstream – Zukunft durch Fairness & Werte

Am Mittwoch, den 30.11.16, erlebten wir die fünfte Veranstaltung unserer Vortragsreihe „Zukunft gestalten – Ökologie vs. Ökonomie“.

Dieser ToM Talk fand, anders als die Vorherigen, in Form eines Interviews statt. Herr Vogelsang, einer von vier Gründern von COMUNA-metall, wurde zu der Unternehmensphilosophie, der Technologie der Blockheizkraftwerke (BHKW) und zu der Energiebranche allgemein befragt.

Im Vorfeld des Interviews gab ein kurzes Video einen Einblick in die Thematik der Blockheizkraftwerke (BHKW). Die dort gezeigten BHKW waren allerdings für private Kunden, COMUNA-metall stellt diese eine Nummer größer her, die zum Beispiel Nahwärme für bis zu 200 Haushalte bereitstellen können.

Von Freunden, die sich aus ihrer gemeinsamen WG kannten, wurde COMUNA-metall 1980 gegründet. Anfangs war es sehr schwierig an Aufträge zu kommen. Trotz der Gleichwertigkeit gegenüber Konkurrenzprodukten war es schwierig Kunden für die Anlagen von COMUNA-metall zu gewinnen. Der Durchbruch kam dann nach drei bis vier Jahren, als ein Prozess gegen die Stadtwerke wegen der Vergabe der Aufträge geführt wurde. Der Prozess wurde zwar verloren, aber ein Gutachten attestierte eine gleichwertige Technik der Anlagen von COMUNA-metall.

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Die anfänglich schwierige Zeit war geprägt durch einen großen Zusammenhalt zwischen den Gründern, der Belegschaft und anderen Bekannten, die ihr Kapital in das Unternehmen gesteckt haben. Fast die Hälfte des Lohns wurde in das Unternehmen investiert und das Arbeitspensum war sehr hoch. Nur durch das Engagement der gesamten Belegschaft hat die Firma diese schwierige Zeit überwunden und ist heute ein gestandenes Unternehmen. Einige Kollegen der Anfangszeit waren politisch aktiv und sind Gründungsmitglieder der Grünen. Etwas weniger politisch, dafür immer noch sehr familiär ist die Belegschaft heute noch. Hohe Mitbestimmung und gemeinsame Aktivitäten, wie das wechselnde Kochen für die anderen Mitarbeiter und weitere Aspekte ergeben das gute Betriebsklima und scheinen das Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber zu machen, anders wäre die geringe Personalfluktuation nicht zu erklären.

Die Zukunft des Unternehmens sieht Herr Vogelsang pragmatisch: In ca. 70 Jahren wird das Erdöl, bei dem derzeitigen Verbrauch, aufgebraucht sein und es werden keine konventionellen BHKWs mehr benötigt. Andere Energiequellen werden dann wichtiger. Allerdings kommt es hier auf eine gute Mischung an. Jede Kraftwerksart hat Stärken und Schwächen, die verschieden eingesetzt werden können. Nur die derzeitige Fixierung auf Braunkohle sieht Herr Vogelsang kritisch. Der hohe Ausstoß an CO2 richtet unwiederbringlichen Schaden an der Natur an. BHKWs sind die effizientere und CO2 ärmere Übergangslösung in der Energiewende. Ihr derzeitiges Potenzial wird aber kaum genutzt. Sie könnten den Kohlestrom ersetzen, machen derzeit aber kaum einen Anteil an der Stromproduktion aus.

Wir danken Herrn Vogelsang für diesen spannenden Vortrag und freuen uns auf die letzten beiden ToM Talks in diesem Semester.

Euer ToM Talk Team

Antonia, David, Iven, Lucas

TOM TALK #04: Gigant im Wandel – Zukunft durch Innovation

Am Mittwoch, den 23.11.16, erlebten wir die vierte Veranstaltung unserer Vortragsreihe „Zukunft gestalten – Ökologie vs. Ökonomie“.

Bei diesem ToM Talk informierte Herr Dietrich Sümmermann über die neue Ausrichtung, die der angeschlagene Energiekonzern RWE eingeleitet hat. Durch einen drastischen Rückgang des Aktienkurses seit 2006 und sinkenden Preisen an der Strombörse, sah sich RWE gezwungen einen neuen, zukunftsfähigen Weg zu beschreiten. Als Resultat folgte die Umfirmierung der RWE in zwei zusammenhängende Gesellschaften, die klassische RWE als Up- und Midstream Versorger (Beschaffung, Veredelung und Transport der Energieträger), sowie Innogy als Downstream Versorger (Energieversorgung zum Endverbraucher). Als bezeichnend wurde hier herausgestellt, dass die RWE als Konzern mit dem bekannten Markennamen der Träger des konventionellen Energiegeschäfts bleibt, die neu gegründete Innogy als Träger der erneuerbaren Energien und Innovationen auftritt.

Letztere werden in dem knapp 18 Monate alten Innovation Hub generiert. Flache Hierarchien und angenehme Arbeitsatmosphären sollen Innovationen begünstigen. In wöchentlichen Meetings werden Ideen gesammelt, entwickelt und gepitcht. Überzeugen diese Ideen, werden die dem Innovation Hub zur Verfügung stehenden Mittel entsprechend den Projekten zugeteilt. In der Regel werden dabei drei Pitch-Runden durchlaufen. Zunächst wird die Idee gefördert, in Richtung Marktreife entwickelt und anschließend mit weiteren Mitteln ausgerollt. Eine abschließende Mittelverbesserung sorgt für das entscheidende Wachstum.

Die Ideen und Projekte stammen nicht ausschließlich aus den eigenen Reihen. Auch bei der Umsetzung gibt es Impulse und Unterstützung durch externe Partner. So werden fehlende Kompetenzen aufgenommen oder hinzugezogen. Die Zielsetzung dabei besteht darin, Lean Start-Ups zu gründen, die schnell marktfähig sind. Ferner hat sich herausgestellt, dass ein Bezug der Projekte zum eigentlichen Hauptgeschäft der Energieversorgung von Vorteil ist und zu einer höheren Akzeptanz führt. Diese Erkenntnis, die mit der Zeit auch aufgrund gescheiterter Projekte eintrat, unterstreicht den amerikanischen Ansatz, Raum für Fehler zu gewähren um dadurch Know-How zu gewinnen.

Eine weitere Aufgabe des Innovation Hubs besteht darin, zu verhindern, dass RWE das Schicksal erleidet, welche 89% der TOP 500 Firmen seit 1955 erleiden mussten. Daher führt das Innovation Hub eine disruptive Entwicklung durch, um den Konzern durch gezielte Zerstörung von innen heraus vor der Zerstörung von außen zu bewahren.

Wir danken Herrn Sümmermann für diesen spannenden Vortrag und werden den weiteren Werdegang von Innogy und dem Innovation Hub gespannt verfolgen.

Ebenfalls freuen wir uns auf die drei noch verbleibenden Referenten der diesjährigen Vortragsreihe.

Euer ToM Talk Team

Antonia, David, Iven, Lucas

TOM TALK #03: Compostella – die nachhaltige Verpackungsrevolution

Am Mittwoch, den 16.11.16, erlebten wir die dritte Veranstaltung unserer Vortragsreihe „Zukunft gestalten – Ökologie vs. Ökonomie“.

In diesem ToM Talk ging es um eine Verpackungsart, die besonderen Wert auf ökologische Nachhaltigkeit und Natürlichkeit legt. Solche Verpackungen stellt Herr Arnold Schleier mit seinem Unternehmen Compostella her und sagt den 94.000 t Plastiktüten, die jährlich verbrannt werden, den Kampf an.

Herr Schleier hat sein Unternehmen aus der Überzeugung heraus gegründet, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten. Spezialisiert hat er sich auf Lebensmittelverpackungen, die nach einmaliger oder nur geringer Nutzung weggeworfen werden. Durch seine Kontakte zu seinem ehemaligen Arbeitgeber, einer Papierfabrik in Hessen, die sich auf spezielle Papiere ohne chemische Zusätze für die Elektroindustrie spezialisiert hat, fand Herr Schleier auch sogleich eine geeignete Produktionsstätte für seine Produkte.

Das erste Produkt in der Reihe der nachhaltigen Verpackungen war einfaches Papier aus ungebleichtem Zellstoff. Recyceltes Altpapier konnte hier nicht als Grundlage dienen, da solch ein Papier nicht für den Einsatz an Lebensmitteln erlaubt ist. Die Verwendungsmöglichkeiten des einfachen Papierbogens waren relativ überschaubar und mit seinem Ohr am Markt entwickelte Herr Schleier sein nächstes Produkt, die Papiertüte. Die Papiertüte ist atmungsaktiv, fettdicht und auch geruchs- und geschmacksneutral. Nach 14 Tagen ist diese, je nach Umgebungsbedingung, restlos kompostiert. So entwickelte Herr Schleier seine Produkte weiter, beispielsweise gewachstes Papier gegen die Feuchtigkeit, kreierte aber auch neue Produkte, wie die Obstbeutel (Knotenbeutel) aus Maisstärke oder Geschirr aus Palmblättern. Dabei achtet Herr Schleier auch bei den Rohstoffen auf die Qualität. Durch Kontrollen stellt er zum Beispiel sicher, dass die Produkte keine Gentechnik enthalten.

Bereits in den 80er Jahren entwickelte Herr Schleier kompostierbares Papier ohne chemische Zusätze, allerdings sind erst in der heutigen Zeit ein allgemeines Bewusstsein und eine Nachfrage dafür entstanden. Die Kunden von Compostella sind hauptsächlich Naturwarenläden. Dort sind die Kunden bereit für Nachhaltigkeit und Natürlichkeit einen Preis zu zahlen. Die Kosten der Tüten sind mit 5ct fast doppelt so hoch wie herkömmliche Tüten aus Erdöl. In den herkömmlichen Supermärkten entsteht erst sehr langsam ein Bewusstsein für nachhaltige Verpackungen.

Für die Zukunft sieht Herr Schleier noch einigen Handlungsbedarf. Er selbst entwickelt gerade weitere Produkte, wie Klarsichtfolien und Klebeband, und sieht auch noch den Transportweg seiner Rohstoffe aus entfernten Ländern, wie die Palmblätter, als eine Herausforderung. Seine Vision ist es aber in Zukunft möglichst ohne entstehenden Verpackungsmüll auszukommen.

Wir danken Herrn Schleier für diesen spannenden Vortrag und sind schon neugierig auf die weiteren ToM Talks dieser Vortragsreihe.

Euer ToM Talk Team

Antonia, David, Iven, Lucas

TOM TALK #02: PRODUKTION IM WANDEL

Am Mittwoch, den 09.11.16, erlebten wir die zweite Veranstaltung unserer Vortragsreihe „Zukunft gestalten – Ökologie vs. Ökonomie“.

In diesem ToM Talk ging es um dem Wandel in der Produktion von den Anfängen der Industriellen Revolution bis zu den Herausforderungen der Zukunft.

Der Vortrag begann mit einer kurzen personellen Vorstellung seitens Herrn Tobias Engel. Er sprach über seinen Werdegang und wie er schlussendlich über sein Studium in eine Führungsposition in der Produktionsplanung gelangte.

Nach der Vorstellung seiner Person gab Tobias Engel eine Einführung in die Thematik mit dem Beispiel an einem Fahrrad. Zunächst stellte er die Frage ob das Fahrrad ökologisch und ökonomisch sinnvoll sei. Diese Frage ließ sich auf den ersten Blick mit „ja“ beantworten – man kann ohne CO²-Ausstoß und auch mit kleinem Geldbeutel größere Strecken schneller zurücklegen. Schaut man sich die Produktionsschritte im Detail an, ist dies jedoch nicht mehr so pauschal zu sagen. Anhand eines Rennrads zeigte Herr Engel dann auf, welche technische Innovation und Evolution möglich ist.

Anhand des Automobils, welches nicht grundlegend anders ist als das Beispiel mit dem Fahrrad, zeigte Herr Engel den konkreten Fortschritt von der Industrie 1.0 bis 4.0 auf. Zunehmend wichtiger wurde mit der Zeit die Bildung und Personalqualifikation, da simple Arbeiten zunehmend maschinell und automatisiert erledigt werden. Wichtige Themen sind heutzutage und auch in Zukunft noch Rohstoffmangel, Recycling und Nachhaltigkeit, besonders mit der zunehmenden Entwicklung von Elektromobilität.

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In naher Zukunft werden, laut Tobias Engel, Aspekte der Industrie 4.0 und Big Data eine große Rolle spielen. Jedes Bauteil eines Autos bekommt eine eigene Identifikationsnummer, sodass bei einem technischen Mangel die Ursache präziser diagnostiziert werden kann. Der Hersteller analysiert die konkrete Ursache für den Mangel und kann noch gezielter reagieren. Diese und weitere Informationen werden als „Big Data“ gesammelt, auch wenn es derzeit noch nicht immer eine Verwendung dafür gibt. Auch die Vernetzung von Auto und Handy wird zunehmend wichtiger. In diesem Punkt seien die traditionellen Automobilhersteller anderen Elektronikproduzenten noch etwas hinterher was Produktionskosten und Leistungsfähigkeit angeht.

Der Umstieg von herkömmlichen Autos mit Kraftstoffverbrauch hin zu E-Autos ist nach Herrn Engel eine genau so große Zäsur für den Volkswagen-Konzern, wie der Umstieg vom Käfer auf den Golf. Um die Produktion dafür sicherzustellen verlangt es Mut, diesen Sprung zu wagen.

Wir danken Herrn Engel für diesen spannenden Vortrag und sind schon neugierig auf die weiteren ToM Talks dieser Vortragsreihe.

Euer ToM Talk Team

Antonia, David, Iven, Lucas

connecToM Projektmanagement Stories

Im A380 werden ca. 500km Kabel verlegt und am Ende fehlte doch ein halber Meter. Der Grund ist die fehlende Kommunikation zwischen den Partnern aus Deutschland und Frankreich. Diese – zugegebenermaßen schon etwas ältere Geschichte – zeigt die Wichtigkeit von gutem Projektmanagement. In den Projektmanagement Stories, die der connecToM e.V. mit der ESE GmbH veranstaltete, erfuhren Alumni und Studierende von Heiko Schmidt (ESE GmbH) im Torhaus Nord die spannenden Erfahrungen eines Projektleiters im Rail-Bereich. So kann es beispielsweise durchaus passieren einen kompetenten Ingenieur aus dem Ruhestand für ein Projekt zurückzuholen. In einem anderen Projekt zeigte sich deutlich der kulturelle Unterschied, sodass ein positiver Verhandlungsabschluss doch nur ein nettes Gespräch war, weil der Ansprechpartner nicht mitteilen konnte (kulturell bedingt), dass er nicht unterschriftsberechtigt ist.
Der Vortrag von Herrn Schmidt entwickelte sich schnell zum anregenden Gespräch in großer Runde und mit Weinschorle, Lachsbrötchen und Pils wurden Hunger und Durst gestillt. Am Ende wurde in persönlichen Gesprächen die eigenen Projektmanagement Stories zum Besten gegeben und der Abend klang langsam aus.

 

TOM TALK #01: Von Forschung – Zur Anwendung

Am Mittwoch, den 02.11.16, erlebten wir die erste Veranstaltung unserer Vortragsreihe „Zukunft gestalten – Ökologie vs. Ökonomie“.

Im ersten ToM Talk ging es um Neuerungen in der Medizintechnik und wie diese Forschungsergebnisse in eine praktische Anwendung gelangen. Dr.-Ing. Stephan Schröder gab einen Einblick in seine Forschungsergebnisse an der Uni Hannover und berichtete von seinen Erfahrungen bei der Dissertation.

Der Vortrag begann mit einem kurzen Interview über den bisherigen Werdegang von Stephan Schröder und wie er von seinem Maschinenbaustudium zur Medizintechnik und insbesondere der Bildverarbeitung am Institut für Mess- und Regelungstechnik an der Leibnitz Universität Hannover gekommen ist. Zudem berichtete er über seine berufliche Laufbahn bei verschiedenen Unternehmen in teilweise auch unterschiedlichen Branchen, sowie seine Auslandsaufenthalte in Südkorea und den USA. Das Augenmerk lag allerdings bei Trumpf Medical, die Stephan Schröder bei seiner Industriepromotion begleitet haben.

Nach der Vorstellung seiner Person gab Stephan Schröder einen Einblick in die Gesundheitsökonomie. Er stellte dar, welche Akteure diesen Bereich beeinflussen und wie das Gesundheitssystem funktioniert. Dem deutschen System stellte Herr Schröder das US-amerikanische System gegenüber. Die Gesundheitsausgaben der USA sind deutlich höher (gemessen am BIP) als in Deutschland, welches bereits eine der höchsten Ausgaben in der europäischen Union verzeichnet. Auch wurden die jährlich steigenden absoluten Ausgaben Deutschlands für Gesundheit betrachtet, die aber – berücksichtigt man Inflation und Wirtschaftswachstum – seit Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau sind.

Betrachtet man die Zukunftsprognosen wird der deutsche Medizintechnikmarkt, der bereits mit 76 Mrd. € Umsatz der größte in Europa ist, weiter um 3,8 Prozent jährlich wachsen. Die zukünftigen Herausforderungen sind dabei neben Wettbewerbsfähigkeit und Umweltverträglichkeit insbesondere die Sozialverträglichkeit. Die Medizintechnik wird zukünftig auch, wie ebenfalls in vielen anderen Branchen, weiter vernetzt und Abläufe optimiert werden. Zudem finden auch hier vermehrt disruptive Innovationen Anklang, beispielsweise das Rapid Prototyping. Allerdings sind die Zulassungsverfahren und Zertifizierungen deutlich schwieriger als in anderen industriellen Anwendungen.

Die Technologie, an der Stephan Schröder geforscht hat, befasst sich mit der 3D-Bildverarbeitung und der Mensch-Maschine-Interaktion. Seine Wahl fiel auf die Gestensteuerung im OP-Bereich. Mittels Bildsensoren und Bildverarbeitung wurde ein System realisiert, welches zum einen Gesten von Personen erkennen und interpretieren kann, aber auch als Raumüberwachung dienen kann.

Die Bildverarbeitung kann in Zukunft einige Vorteile für die Medizin bieten. Es können beispielsweise Laufwege erfasst und optimiert oder aber durch berührungslose Interaktion die Sterilität gewährleistet werden.

Wir danken Herrn Schröder für diesen spannenden Vortrag und sind schon neugierig auf die weiteren ToM Talks dieser Vortragsreihe.

Euer ToM Talk Team

Antonia, David, Iven, Lucas