TU BRAUNSCHWEIG
Symbolfoto

Technologie-orientiertes Management


TOM TALK #1 : BASTIAN WILKAT: NEW WORK – KICKOFF

Die Vorlesungszeit hat wieder begonnen und somit auch die Vortragsreihe ToM-Talk, die nun schon zum vierten Mal stattfindet. In diesem Semester soll es um das Thema „New Work“ gehen, das Arbeiten in der Zukunft. Dabei werden den Studierenden von verschiedenen Referenten aus der Wirtschaft und Wissenschaft Einblicke in die momentanen Veränderungen der Arbeitswelt gewährt und im Anschluss diskutiert.

Den Anfang der Vortragsreihe machte Bastian Wilkat, 28 Jahre alt und wohnhaft in Göttingen, der sich auf seiner Homepage  als Multiplikator für neues Arbeiten vorstellt. Er arbeitet als Coach und Redner auf dem Gebiet New Work und ist außerdem Betreiber des erfolgreichen Blogs The New Worker. Dort veröffentlicht er wöchentlich Artikel mit konkreten Beispielen und Ideen, wie Menschen in Unternehmen von New Work Ansätzen profitieren.

Zu Beginn seines Vortrags bat er die Studierenden, sich im Raum anzuordnen, je nachdem wie viel Ahnung sie von dem Begriff „New Work“ haben. Damit konnte er die Gruppe auflockern und gleichzeitig einen Eindruck davon bekommen, wie der allgemeine Wissensstand zu dem Thema ist. Es stellte sich heraus, dass sich nur wenige als Kenner auf dem Gebiet sehen und nur etwa die Hälfte schon einmal den Begriff gehört hat. Es war also an der Zeit eine Einführung zu geben.

Bastian machte anhand von Beispielen deutlich, dass es heutzutage ein enormer Denkfehler von Unternehmen ist, nach dem Best Practice zu handeln. Was früher funktioniert hat, mag heute schon längst überholt und nicht mehr angemessen sein. Es kommt viel mehr darauf an, wie souverän mit Überraschungen umgegangen wird. Er unterstreicht außerdem die Aussage, dass es okay ist Fehler zu machen und dass es wichtig ist, dass dies in Unternehmen kommuniziert wird. Es sollte stets gefragt werden, wer etwas besser machen kann und nicht wie etwas besser gemacht werden kann. Für ihn ist New Work das Bemühen, den Status Quo der täglichen Arbeit und Wertschöpfung zu verbessern. Dazu ließ er Begriffe wie „Feelgood Management“ und freie Gehaltswahl fallen und erzählte von dem Wegfall der klassischen Hierarchie in Unternehmen. Als Beispiel nannte er Lars Vollmer, der bei der freien Gehaltswahl an die Vernunft und die gute Selbsteinschätzung eines Menschen appelliert.

Es folgte ein kurzer Abstecher in die Systemtheorie, bei dem Bastian den Unterschied zwischen „kompliziert“ und „komplex“ erläuterte. Unternehmen handeln oft mit der Annahme, die Geschehnisse seien kompliziert, also vorhersagbar, aber das sei falsch, denn in Unternehmen herrscht durch die verschiedenen Mitarbeiter Komplexität, wodurch die Kausalitäten nicht genau erklärt werden können. Erst im Nachhinein lassen sich Ideen als gute Ideen erkennen, davor kann man nur Annahmen fällen.

Um die Studierenden einzubinden, warf Bastian als Abschluss die These in den Raum, finanzielle Anreize untergraben die Motivation. Einige Wortmeldungen bejahten diese Aussage, andere hingegen betonten die intrinsische Motivation, die in irgendeiner Form in jedem von uns stecke. Und auch die Abstimmung darüber, ob wir Menschen kennen, die keinerlei intrinsische Motivation besitzen, zeigte, dass die Mehrheit der Studierenden denkt, dass jeder Mensch für etwas brennt. Das Resultat dieser These war, dass wir das Verhalten anderer nur im Zusammenhang mit einem bestimmten Kontext wahrnehmen, beispielsweise auf der Arbeit oder in einem Verein, und wir somit nie vorschnell über andere urteilen sollten.

Wir bedanken uns bei Bastian Wilkat für seine Einführung und freuen uns auf den nächsten ToM Talk mit dem Thema Karriere in einem Konzern versus Karriere in einem Startup. Dazu haben wir Christoph Müller von Hilti und Dean Ciric von Fabmaker eingeladen und sind schon gespannt auf die bevorstehende Diskussion.

Euer ToM-Talk-Orgateam

Kommentieren